Reaktionen einiger Künstler der ESG auf Avignons Übermalaktion


Margaret Hunter  25.10.2013 (facebook-englisch)

Die East Side Gallery wurde als ein Denkmal geweiht – geschützt vor Veränderungen und dass die Bilder auf sie im Jahr 1991 enthalten. Ein Denkmal ist ein Zeuge zu einer bestimmten Zeit und muss das reflektieren. Ich denke, die Arbeit, um Öffentlichkeit zu gewinnen scheint ein bisschen verzweifelt … und nur um Aufmerksamkeit zu erlangen. Ziel, das nur von kurzer Dauer sein wird. Sie untergräbt die Bedeutung der East Side Gallery. Gerade in einer Zeit, wo es positive Aufmerksamkeit braucht.

Günther Schäfer – 22.10.2013 (facebook, rbb Abendschau)

…Aktuell mutiert nun Jim Avignon zum „Kunstterroristen“ in eigener Sache. Wie im TV von ihm zu hören war, legt er keinen Wert auf den Erhalt von Geschichte. Er opfert also für ein bisschen kümmerliche Gegenwart, kulturelles Erbe, also exakt das, was uns zum Homo Sapiens macht. Unser kulturelles Erbe. Wo fängt das an und wo hört das auf??? Heute East Side Gallery! Morgen folgt dann, möglicherweise, ein Italo-Artist und darf Michelangelos Fresken in der Sixtinischen Kapelle überschmieren. Übermorgen kommt dann wieder ein Berliner und darf den Pergamon-Altar vergewaltigen und Überübermorgen marschiert einer ins UNO-Building…und dann ist Picasso Guernica an der Reihe. Nein, nein, wir brauchen keine Geschichte!!! Wozu, doch nicht in dieser Stadt! Die East Side Gallery verkommt inzwischen zum „Selbstbedienungsladen“. …

Birgit Kinder – 23.10.2013 (Presse)

Man stelle sich vor, wenn Sie oder ich als „Normalbürger“ ein geschütztes Denkmal verändere oder beschädige, nur weil es nicht mehr zeitgemäß erscheint, dann möchte ich mal sehen, was Ihnen oder mir passieren würde….
Dann könnten wir eventuell auch dem „Alten Fritz“ unter den Linden in Berlin mal eben so den Kopf vom Helmut Kohl aufsetzen (für eine gewisse Zeit natürlich, bis zum nächsten Kopfwechsel)…
So ein Blödsinn!-Wo bleibt hier der Denkmalschutz?

Thierry Noir – in der Presse (23/24.10.2013)

Das sieht der Berliner Maler Thierry Noir, 55, ähnlich. Mit seinen rundlichen, glubschäugigen Köpfen in klaren, optimistischen Pop-Farben prägte er auf 50 Metern Länge die Gallery in Höhe der einstigen Brommy-Brücke. Zur Zeit wächst hinter diesem Mauerstück das umstrittene „Living Levels“-Gebäude empor. Seine Köpfe sind von Wind und Wetter arg mitgenommen, müssten dringend mal wieder geliftet werden. Das ist nicht einfach, wegen eines Anti-Graffiti-Lacks, der aufgetragen wurde. Zur Rekonstruktion muss das alte Bild erst abgestrahlt und dann vorbildgetreu neu gemalt werden. Doch Thierry Noir will sich an diese Absprache halten. Warum? „Es waren damals euphorische Tage. Unsere Bilder waren ein Fanal der Freiheit.“ Wer an der Galerie entlangspaziere, könne dies nachempfinden. „Das ist erhaltenswert.“

Bodo Sperling – 22.10. 2013 im Tagesspiegel (Kommentar-englisch-Auszug)

… Die aktuelle Malerei Jims hat meine volle Zustimmung, weil es den Charakter der East Side Gallery, eine Zeitzeugin aus der Gegenwart zu sein, befriedigt. Wir brauchen einen Brennpunkt auf Alles, was den Willen des Menschen zeigt.
Derzeit Ich klage vor dem Bundesgerichtshof zur Erreichung des Ziels der Gründer-Initiative East Side. Eine weitere Beschwerde vor dem Bundesverfassungsgericht ist geplant. …

 

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