Putzen statt Beschmieren-ESG muss dringend gereinigt werden

putzen

Die Künstlerinitiative hatte am Sonntag, 27.04.2014 zur öffentlichen Putzaktion an der East Side Gallery aufgerufen. Hunderte kamen und halfen mit. Zwischen portugisischen Studenten, einem Hoteldirektor aus Berlin und Besuchern aus Russland machte es Spass, dem Graffiti auf den Bildern der East Side Gallery zuleibe zu rücken. Nur es war sehr mühevoll. Nur mit warmen Wasser, Spüli (Fit) und Schwamm war dem hartnäckigen Geschmiere nicht beizukommen. So wurde stundenlang geschrubbt mit mäßigem Erfolg. Teresa Casanueva und Dimitri Vrubel schrubbten an ihrem Bild und Andy Weiss, Kani Alavi und Thierry Noir nahmen sich die am stärskten beschmutzten Bilder vor.

Es kann ja auch nicht das Ziel sein, dass sich Künstler und Touristen nun regelmäßig abmühen, um nur einen Bruchteil der Schmierereien weg zu bekommen. Viel mehr ist diese Aktion ein Symbol. Ein dringender Aufruf an die Verantwortlichen im Bezirk und Senat, sich diesem Denkmal anzunehmen. Die Bilder müssen schnellstens professionell gereinigt werden, dazu muss mit hohem Druck und heissem Wasser die gesamte Graffitischicht abgestrahlt werden. Leider geht dabei auch die Graffitischutzschicht (Grafinett) mit ab. Die muss anschließend auf die Bilder wieder als Profylaxe aufgetragen werden. Und das kosten Geld, ca. 11.000 € für jede Seite der Mauer. Dieses Geld hat der Bezirk nicht und der Senat will es nicht ausgeben. Warum nicht? – Wir Künstler und viele Tausende andere verstehen das nicht. Warum tut Berlin nichts, um dieses einmalige Denkmal zu retten?

Es liegen Ergebnisse von zwei Gutachten vor, die das denkmalpflegerische Herangehen und die Verkehrssituation der ESG zum Inhalt haben. Dort sind Forderungen nach regelmäßigem Schutz, Abstandsgittern, besserer Beleuchtung und Verhinderung von Bauvorhaben im ehemaligen Todesstreifen fixiert. Aber niemand scheint sich daran zu stören, keinerlei der Forderungen werden umgesetzt.

Diese ewige Verschieberei von Verantwortung vom Bezirk an den Senat und umgekehrt haben wir satt. Wir fordern die sofortige Aufnahme der East Side Gallery in die Stiftung Berliner Mauer auch ohne Vorbedingungen. Wenn wir Mut zeigen, Verantwortung übernehmen, dann werden wir auch die nächsten Schritte erreichen. Wir Künstler erwarten Mut und Verantwortung der Stiftung Berliner Mauer, wir als Künstlerinitiative werden stets mit unserer Hilfe zur Seite stehen.

Advertisements

Über kuenstlerblogberlin

Berliner Künstler, Webdesign, Webgrafik, Malerei
Dieser Beitrag wurde unter Uncategorized veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s