Baumilliardär Anschutz – übernehmen Sie…

Es ist eine immerwährende, nie endende Farce um die East Side Gallery. Da stellt der Baumilliardär in Vertretung seines deutschen Marketingchefs Michael Kötter jüngst öffentlich sein umfangreiches Bauvorhaben an der East Side Gallery vor.  Kein Vertreter der Künstlerinitiative war zu dieser illustren Veranstaltung eingeladen worden. Quasi als Geschenk will Anschutz hier auch ein Besucherzentrum für die East Side Gallery errichten. Der Bezirk behauptet hier, das es auf seinen Druck hin geschehen ist. Was für ein Unsinn. Diese Pläne kennen wir bereits seit 2006. Die Künstler sind skeptisch, wie schon der rbb berichtete, sind wir bereits schon 2010 mit einer plötzlichen Mietforderung von 1200 € für ein vorher zugesagtes kostenloses Plätzchen (11,7m²) seitens der Anschutz Group überrascht worden. Die Künstler fordern seit nunmehr 9 Jahren ein eigenes Infozentrum und zwar auf der Spreeseite. Es gibt dort ein ungenutztes Areal am Speicher, wo sich der Bezirk einen kostspieligen Beachvolleyballplatz hat bauen lassen, auf dem noch nie ein Spiel stattfand.

Zweite Farce: Auf mehrfachen Druck seitens des Kultursenats bemühte sich der Bezirk dann doch, die vorher durch die Künstlerinitiative initiierte Summe von 230.000 € (gespiegelt von Bund und Land) zu beantragen. Diese Summe soll zweckgebunden für eine mehr als notwendige Reinigung und Schadensausbesserung an der ESG und den Bildern verwendet werden. Die Künstlerinitiative kümmerte sich hier um fachliche Unterstützung, arbeitete mit dem LDA zusammen, besorgte ein Gutachten als Grundlage für eine Ausschreibung. Aber in die Planung, Vorbereitung und Ausschreibung lässt sich der Bezirk nicht in die Karten gucken. Auf mehrfache Anfrage von uns hieß es nur müde, verantwortlich sei Herr Klees, aber der befindet sich wahrscheinlich im Urlaub. Wir haben in wenigen Tagen August, wann bitte soll den die Reinigung stattfinden, wird es etwa ins nächste Jahr verschoben? Es sind darüberhinaus Gelder von jährlich 60.000 € für die Reinigung ab 2016 genehmigt, was Herr Panhoff gern verschweigt. (Wir haben kein Geld) Sollten die Gelder nicht 2015 verwendet werden , droht der Verfall der Summe.

Dritte Farce: Jüngst fand auf Betreiben der Initiative East Side Gallery retten ein Gesprächstermin beim Staatssekretär Björn Böhning statt. Dort ging es um das geplante zweite Bauvorhaben (Luxushotel Waterfront Living; 9 Stockwerke hoch, 130 Meter lang) direkt vorm Hinkelbau hinter der Mauer. Man hat sich freundschaftlich informiert, auch über die Brommybrücke, natürlich ergebnisoffen.  Auch hier wurde kein Vertreter des Vorstandes der Künstlerinitiative ESG e.V. eingeladen. Wenn es hier um die ureigensten Themen der ESG geht, sollten in erster Linie die Künstler das Wort haben und nicht irgendeine Initiative, weil hier die Gefahr der Verwässerung der Interessen bestehen kann.

Sicher die Künstler sind unbequem, sind eben nicht für eine restlose Kommerzialisierung dieses Areals, das dem Bezirk viel Geld in die Taschen gespült hat. (bei wirtschaftlichen Interessen muss der Denkmalschutz eben hintenanstehen). Was für ein Spiel spielt der Bezirk hier? Versteckt seine eigene Verantwortung hinter der Ablehnung der Stiftung Berliner Mauer? Wir sind es der schönen Worte genug, auch Stadtrat Panhoff lässt seit Jahren konkrete Taten vermissen. Wenn der Bezirk hier nicht entscheiden kann oder will, dann sollte er die Kompetenz an der ESG an die Künstler in Zusammenarbeit mit dem Senat abgeben.

 

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