Spät geht es voran…

4 Jahre Kampf, 4 Jahre Gespräche, Briefwechsel, Mails, Lobbyarbeit zur Rettung der East Side Gallery. Fast unglaublich scheint nun die nahe Rettung. Durch Bemühungen unseres Vereins, unsere Kontakte zum Kulturstaatssekretär, durch persönliche Gespräche mit Abgeordneten des Bundestages auf unzähligen Treffen und Meetings sind wir nun einer scheinbar dauerhaften Lösung für die Mauer und die Bilder an der Mühlenstrasse nahe.

1

v.l. Adalbert Maria Klees (Grünflächenamt F´hain-Kreuzbg., Dr.Susanne Kitschun (MdA), Timm Renner (Kulturstaatssekretär), Kani Alavi (Vors.d. Künstlerinitiative), Jörg Weber (Pressesprecher Künstlerinitiative)

2

Durch Eingabe und Forderung nach finanziellen Mitteln durch die Abgeordneten Kruse und Karst in den Bundestag konnten im ersten Schritt 230.000 € für die notwendige Reinigung der East Side Gallery bewilligt werden. Das war im März 2015. Es dauerte weitere 6 Monate, bis der Bezirk dann soweit war. Als Eigner musste er die Summe beantragen, die zur Hälfte von Bund und Land stammt.

Herr Adalbert Maria Klees vom Grünflächenamt wurde zum Manager berufen, der diesen Akt übernehmen sollte. Nicht ohne eingeforderte enge Zusammenarbeit und Abstimmung mit der Künstlerinitiative und den weiteren Akteuren im Senat und Bundestag.

So kam es zu mehreren Treffen und zum jüngsten Gespräch mit Senat, Kulturstaatssekretär Tim Renner, Bezirk und Künstlerinitiative ESG.  Im Ergebnis konnten wir feststellen, das wir auf dem Weg sind, mehr aber auch nicht. Es gibt noch viel zu tun: Nicht nur, dass die wichtige Reinigung viel zu spät begonnen wurde und so in das Winterhalbjahr fällt. Mit heutigem Tage sind ca. 200 Meter geschafft. Die ersten gereinigten Bilder sind aber bereits wiederum beschmiert. Deshalb haben wir beschlossen, zum unmittelbaren Schutz erst einmal Bauzäune aufzustellen, mit Informationsschildern, die auf die Tätigkeiten hinweisen und vor Verunreinigungen warnen. Bis es dann im Frühjahr weitergeht. Ersetzt werden sollen die Zäune dann von einer festen Barriere.

Die sind nur erste Schritte zur dauerhaften Erhaltung dieses Denkmals. Seit Jahren fordern wir hier vom Bezirk als Eigner ein klares Bekenntnis zu diesem einzigartigen Denkmal. Es darf nicht weiterhin stiefmütterlich behandelt werden, und mit Baugenehmigungen zerstört und zerstückelt werden. Neben der Barriere muss auch ein neues Strassennutzungskonzept her, eine regelmäßige Bestreifung des Geländes, um Sprayer von ihrem Zerstörungswerk abzuhalten und ggf. eine Anzeige zu erstatten. Der ominöse Glanze Kiosk (Souvenirverkauf) am Ostelboot gehört dringend abgeschafft und das Gebäude seiner eigentlichen Bestimmung, Aufenthaltsraum für Wachdienst der Grenztruppen, zurückgeführt werden. Eine umfangreiche Information durch entsprechende Tafeln ist wichtig. Zudem ein Zentrum als Begegnungsstätte, das durch die Künstlerinitiative bespielt werden kann. Dies ersetzt nicht ein geplantes Museum durch Mercedes Benz, Anschutz oder sonstwem. Hier sind der Bezirk, der Senat in der Pflicht.

Dieses Denkmal East Side Gallery muß nationales Denkmal werden als Vorstufe zum UNESCO Welterbe. Das forden die Künstler seit vielen Jahren und tun es wiederum. Diese ersten Schritte werden wir kritisch begleiten und die genannten Punkte einfordern.

 

Advertisements

Über kuenstlerblogberlin

Berliner Künstler, Webdesign, Webgrafik, Malerei
Dieser Beitrag wurde unter Uncategorized veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort zu Spät geht es voran…

  1. Hans-Peter Möller schreibt:

    Ich begrüße die neue Maßnahme zur dauerhaften Erhaltung der East Side Gallery sehr.
    Leider kommt sie 6 Jahre zu spät. Man hätte sich sehr wahrscheinlich die viele Arbeit für die jetzt erforderliche Reinigung sparen können. Glücklicherweise habe ich 2009 die meisten Kunstwerke unbeschmiert und unbekritzelt fotografiert.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s