erneuter Sieg des Geldes über den Denkmalschutz

oder: Die weitere Zerstörung der East Side Gallery schreitet in aller Heimlichkeit voran

Mirta Domacinovic, eine Künstlerin aus dem heutigen Kroatien ist hier eine der Betroffenen. Ihr Bild wurde durch den neuerlichen Abriss von Mauersegmenten aus dem Bestand der East Side Gallery nunmehr völlig zerstört bzw. aus dem vorigen Bestand gerissen. Die Künstlerin malte 1990 erstmals Symbole des Krieges. Damit wollte sie zu seiner Zeit die schrecklichen Erinnerungen an den 2. Weltkrieg wach-halten.  9 Jahre später wurde ihr Heimatland Jugoslavien dann selbst Opfer eines von NATO und auch Deutschland geführten Angriffskrieges, um dieses Land auseinanderzureissen und in einzelne Teile zu zersplittern. Also war sie selbst ein direktes Opfer eines Krieges.

 

 

 

beide Teile (2009)

2009 malte sie ihr gesamtes Bild wieder mit den Erinnerungen an beide Traumata. Weitere  9 Jahre später nun wird sie erfahren müssen, dass ihr wichtiges Bild nicht mehr existiert, weil es einfach abgerissen wurde, um eine Baulücke für ein Hotel im ehemaligen Todesstreifen zu schaffen.

Jeder normale Leser muss sich spätestens hier an den Kopf fassen. Wer hat das genehmigt, wer hat zugelassen, das ein mittlerweile fast Nationales Denkmal mit mehr als 3 Millionen weltweiten Besuchern pro Jahr zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten Europas gehört, mehr und mehr für kommerzielle Nutzung zerstückelt und zerstört wird?

die 5 herausgenommen Segente wurden hier hinten gestapelt (Mitte)

Es sind die Politiker  und politisch Verantwortlichen im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg, die hier die Baugenehmigung und deren Umsetzung in der Verantwortung haben. Hier ist die Vermutung sehr wahrscheinlich, dass es um viel Geld geht, das in den Bezirk geflossen ist. Oder man kann es auch anders ausdrücken: Es gibt in dieser Sache keine alternative plausible Erklärung, dass es hier enge finanzielle Bande zu den Verantwortlichen der Bezirksregierung und dem Bauherren gibt.

Der neue Bauherr Trockland Management GmbH hatte dieses Grundstück erst kürzlich vom Vorbesitzer Akon Mekel, ein israelischer Investor, erworben und schickte sich nun an, sicher auf Druck des Bezirkes, zügig mit dem Bau zu beginnen.

Ein Vorgespräch, dass auf Wunsch von Trockland mit Vertretern unseres Vorstandes geführt wurde, fand im Februar d.J. statt. Wir haben sehr deutlich klar gemacht, dass hier eine Gesetzwidrigkeit vorliegen würde, sollten weitere Segmente aus der Mauer entfernt werden. Die verantwortliche Projektmanagerin war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen, sie hat das Unternehmen bereits seit Anfang März wieder verlassen (Zufall?)

gesamte neue Öffnung (10.90m)

„Die Künstler toben“, zitieren die Berliner Tageszeitungen  zurecht, aber das reicht nicht. Wir haben Anzeige gegen alle Verantwortlichen eingereicht, die hier entschieden und durchgeführt haben und werden notfalls mit gerichtlichen Schritten Recht und Gesetzeseinhaltung durchzusetzen wissen.

         Künstlerinitiative East Side Gallery e.V. – der Vorstand       (Fotos: Jörg Weber)

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