East Side Gallery – Unesco Welterbe, das fordern wir seit 15 Jahren

Jetzt haben die Grünen im Bezirk ein festes Ziel vor den Augen. Sie haben die East Side Gallery für sich entdeckt. Jetzt soll sie für die UNESCO Welterbeliste vorgeschlagen werden. Grundsätzlich begrüßen wir diese Initiative, doch zu welcher Zeit kommt sie? 2014 war die Auswahl für die UNESCO Vorschläge aus Deutschland in der Abstimmung. Die Hamburger Speicherstadt z.B. bekam den Zuschlag. Die Vorschläge aus Berlin: Jüdischer Firedhof in Weissensee, Hansa Viertel und Karl Marx.  Alle wurden abgelehnt. Jetzt ist erstmal für ca. 10 Jahre Ruhe. Also kommt diese Initiative ohne Not. Frühestens 2024 wäre es dann soweit. Im Koalitionsvertrag des Senats ist die Erhaltung und Pflege der East Side Gallery längst verankert. Nun melden sich die „Betreiber“ zu Wort.

Die Idee und die Vorschläge für die UNESCO Liste sind tatsächlich ca. 15 Jahre alt. Damals setzte sich Herr Klemke von der Oberen Denkmalbehörde dafür ein, neben dem eheamligen Kulturstaatssekretär André Schmitz, der ebenfalls eine fixe jährliche Summe für Reinigung und Erhaltung vorschlug.

Während einer Sitzung im Kulturausschuß im Abgeordnetenhaus 2012 stellte Kani Alavi offiziell unseren 7 Punkte Plan zur dauerhaften Erhaltung der East Side Gallery vor. Er umfasst neben einer ständigen Reinigung die Abschaffung der Parkstreifen, ein Beleuchtungskonzept, der Errichtung einer musealen Infrastruktur, den Schutz der Bilder durch Barrieren und ausreichender Informationen eben auch die Aufnahme der East Side Gallery ins UNESCO Weltkulturerbe.

Jahrelang wurde im Bezirk mit den Ivestoren und dem Geld geküngelt, ein Bauvorhaben an das andere an die Mühlenstrasse gehievt. Es bringt Geld und Arbeitsplätze in den Bezirk. Und was war bisher mit der Mauer und den Bildern an der Mühlenstrasse? Zweckentfremdet für die Idee einer sogenannten „West Side Gallery“, zweimaliges Zelebrieren einer Fotoausstellung mit Bildern der Grenzen der Welt (2013) und jüngst Fotos aus dem Kriegsgebiet Syrien (2016). Diese Fotos wurden gegen den Protest der KünstlerInnen direkt an die Mauer geklebt. Initiatoren waren die Grünen im Bezirk.

Für die notwendigen Reinigungen der Bilder war nie Geld da. Wir haben es 2015 organisiert über die Bundestagsabgeordneten Kruse und Kahrs. 230.000 €. Dann wurde gereinigt, die KünstlerInnen der East Side Gallery blieben außen vor, durften nicht unterstützen und den Restauratoren mit Rat und Tat zur Seite stehen. Dies wurde direkt von den Verantwortlichen im Bezirk Otto und Klees verboten und sie wurden angewiesen, nicht mit den Schöpfern der Bilder zu reden.

Viel wichtiger wäre es jetzt im Zuge der Reinigung  endlich auch die Bilder auf privaten Grundstücken an der Mühlenstrasse  in Angriff zu nehmen. Wo bleibt da die Initiative der Grünen. Seit zwei Jahren wird versucht, Kontakt mit den Besitzern und Eignern dieser vier Grundstücke  herzustellen, um die Genehmigung für eine Reinigung der betroffenen Bilder endlich auf den Weg zu bringen, mit öffentlichen Mitteln übrigens. Mittlerweile gibt es immer mehr Beschwerden der Künstler u.a. Fulvio Pinna, Narenda Kumar Jain, Thierry Noir, Karina Bjerregaard und Teresa Casanueva.

Grundsätzlich ist es ja zu begrüßen, wenn sich viele Gruppen und Kräfte dafür stark machen. Dann müssen sie aber auch zusammenarbeiten. Die Künstlerinitiative bündelt Maßnahmen zur Erhaltung der Bilder und der Mauer seit 1996 und sollte in diesen Prozess zwingend mit einbezogen sein. Sonst bleibt es warme Luft und eine Wahlkampfposse der Grünen.

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